VenedigBerlin. Diametral ähnlich.
Alle zwei Jahre wird aus dem einen oder anderen ShanghaiBerliner ein VenedigBerliner: zur Biennale. Ein „Must“ für alle, die sich damit beschäftigen, Mauern einzureißen, Grenzen zu überwinden, scheinbar Gegensätzliches zu vereinen. Denn auch wenn es auf den ersten Blick sicherlich nicht so aussieht, so haben Berlin und Venedig doch einiges gemeinsam. Hunderte von Brücken zum Beispiel (Berlin: 2.100; Venedig: 400). Aber auch die Brücke zwischen Tradition und Moderne, die beide auf ihre eigene Art und Weise schlagen.
Berlin erfindet sich immer wieder neu, am Scheideweg zu stehen gilt als permanenter Zustand. Kreatives Chaos ist zur eigentlichen Marke der Stadt geworden. Venedig dagegen, abgesehen von den Millionen von Touristen, die sich im Sommer in den Gassen drängen, ist immer noch die Stadt, in der Brokat und Seidensamt nach traditionellen Mustern von Hand gewebt werden, in der Schnitzer und Möbelmacher in den ruhigen Wintermonaten nach wie vor Truhen mit Intarsienarbeiten sowie Bilderrahmen und Einrichtungsgegenstände aus Edelhölzern herstellen, in der kostbare Glasobjekte wie seit hunderten von Jahren gefertigt werden.
Aber alle zwei Jahre wird Venedig zu „Mitte auf Turbo“: zum einen Magnet für Künstler und Kunstinteressierte aus aller Welt, zu einem Ort der Bestandsaufnahme und der Diskussion des aktuellen Kunstgeschehens. Blogs und Kunstmagazinen wetteifern um exklusive Interviews und prächtige Bilder. Plötzlich ist die ganze Welt – von Neuseeland über Korea, Luxemburg und Island bis hin nach Kanada – auf kleinstem Raum zu sehen. In prunkvollen venezianischen Palazzi laufen in den verdunkelten Videoräumen minimalistische Concept-Art-Stücke, im mittelalterlichen Zeughaus findet die Performance von zwei Robotern statt, ein buntes bewegtes Muster von Projektionen überzieht die nahe liegende Insel und eine herkömmliche Glaswerkstatt wird zur Bühne einer Installation. Es werden neue Kirchen errichtet, neue Welten eröffnet und die Mauern eingerissen.
Einen kleinen Vorgeschmack findet man hier unter www.contemporaryartdaily.com/2011... oder unter www.thisistomorrow.info/...
Fotos: Irina Siman




